Dienstag, 22. November 2011

4 months, buddies!


Mittlerweile sind es doch schon über 4 Monate hier und ich glaube, es ist mal Zeit für ein kurzes Update.

Mein Leben hier könnte kaum schöner sein. Ich genieße meine Zeit mit meinen Kids, mit meiner Familie und aber auch meine freie Zeit, die ich mit meinen Freunden hier verbringe. Es ist immer wieder schön herauszukommen.

Was ihr über die Amerikaner und dem Leben eines AuPairs wissen solltet, werde ich euch kurz wissen lassen.

Wenn du in Amerika lebst, läufst du nicht mehr. Hier geht gar nichts ohne Auto. Du sitzt fest, wenn du keines hast. Wohin ich mit den Kids laufe, ist dann entweder der Park, der hier gleich ist oder zum Starbucks, zu der kleinen Mall. Du findest es auch plötzlich total normal 10 Minuten zu einer Freundin zu brauchen, mit dem Auto natürlich.

Außerdem gibt es hier so was wie freie Tage nicht. Wir Deutschen dagegen sind ziemlich faul und nehmen uns den Sonntag frei. Hier? Ach quatsch, du kannst täglich einkaufen gehen, ins Fitnesscenter, du kannst einfach alles machen. Einkaufen kannst du am Abend um 10 Uhr noch, was bei uns wohl unmöglich ist.

Als AuPair sind außerdem deine ersten Worte (Und das für die nächsten paar Wochen!) nur: Hey, I’m Louise, I’m from Germany, I’ve been here since July, I take care of 2 girls, everything’s awesome!

Irgendwann geht dir die Freundlichkeit der Amerikaner auf’n Sack und du freust dich auf Deutschland und darauf, dass sie so super unfreundlich dort sind. Wenn du in ein Geschäft kommst, wirst du mit „Hey, how are you?“ begrüßt und du sagst jedes Mal das Gleiche und zwar „Good, thanks!“ Als Nächstes sagen sie dann „Can I help you? Ok, just let me know if you need me.“ Und das in jedem verdammten Laden. Seriously.

Worte wie im Deutschen “Gut gemacht” oder “Toll” um dein Kind zu loben, wird hier mit “Good Job!” ausgedrückt. So benutzt du dieses Wort also gefühlte 1000 Mal am Tag und kannst dir trotzdem nicht helfen, ein anderes Wort zu finden außer ab und zu mal „well done!“

Außerdem überlegst du dir schon, bevor du mit dem Auto losfährst, welchen Weg du um welche Uhrzeit nimmst, um natürlich den Schulbussen nicht zu begegnen, da du genau weißt, dass du zu spät kommen wirst, da die Busse nach jedem Block halten und du hinter ihnen bleiben musst.

Am ersten Schultag bekommen die Kinder in Deutschland schöne Schultüten mit Kleinigkeiten drin wie Süßigkeiten. Hier werden die Kinder neu eingekleidet, heißt also neue Klamotten. Auch hingen bei uns über all die Jahre unsere Stundenpläne am Kühlschrank oder sonst wo. Hier nicht, wenn man überhaupt was von dem Stundenplan der Großen was weiß, dann nur, was sie erzählt oder die Eltern bekommen Emails. Sehr zeitgemäß also.

In Seattle, der Stadt des Kaffees und somit auch des Starbucks, gibt es alle 3 Minuten einen Starbucks. Die 3 Minuten aber selbstverständlich mit dem Auto.

Die Polizei lauert hier überall und kontrolliert, dass sie Leute auch nicht zu schnell fahren, weil wir ja mittlerweile alle wissen, dass die Amis kein Auto fahren können. So gibt es die Polizeit hier also mit Auto, auf dem Moped, Fahrrad und ja, sogar manchmal auf den Pferden.

Wenn man shoppen geht, denkt man bei vielen Dingen, wie billig es denn ist und wunder sich schon. Dass die Steuern jedes Mal fehlen, merkt man erst danach und schon ist es wieder ein ganz normaler Preis.

Außerdem würde ich am Wochenende nicht zu lange in eine Mall gehen, da hier alle Teenager dann rumhängen und somit ihr freies Wochenende verbringen. Und sie laufen natürlich auch nicht normal in Jeans rum. Nein, sie tragen Jogginghosen (Solch Leute fand ich ja in Deutschland schon toll und so cool vor allem ;))

Der letzte Punkt, der mir gerade einfällt, ist, dass hier kaum ein Haushalt selbst putzt. Die meisten haben hier die Putzfrauen, die einmal die Woche kommen. Außer den Geschirrspüler ein- und ausräumen und die Wäsche waschen, macht man hier nicht sehr viel.

Das war dann also mein kleines Update, wie ihr euch Amerika vorstellen könnt, wenn ihr noch nicht hier gewesen seid. Mir auf jeden Fall, gefällt es hier sehr gut und mir könnte es auch nicht besser gehen.

Ich kann nicht leugnen, dass es mir nicht gefällt, die Einzige in der Familie zu sein, die ein Au Pair ist. In manchen Familien kommt es vor, dass die Schwestern es nach einem machen oder man selbst diejenige ist, die es von der Schwester hat. Aber nicht bei mir. Ich bin von alleine auf die Idee gekommen, habe es bei niemandem abgeschaut, auf jeden Fall bei niemanden in der Familie und mein Jahr hier, meine Erfahrungen, meine Erlebnisse, die kann mir einfach keiner nehmen. Wisst ihr wie ich mein? Ich kann euch so oft wie ich mag, erzählen was ich hier alles erlebe, aber im Endeffekt, habe nur ich es durchgemacht. Und das Gefühl ist so schön. Ich fühle ein Gefühl von Freiheit, das Gefühl ich kann alles schaffen, egal was kommt.

Als Zwilling wirst du dein Leben lang verglichen und was hat sie nicht alles gemacht. Aber diese Sache hier, sie ist meine. Ganz alleine. Und das ist das schönste Gefühl, dass ich momentan fühle. Und ich genieße ich. Oh Gott, wie sehr ich es genieße.

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